In ein paar Sätzen:
Worum geht es bei Outdoor Against Cancer?

Wenn ich aus den Sätzen Stichpunkte mache, lässt sich das schnell sagen:
Prävention, Begleitung während der Therapie, Rehabilitation und Gesunderhaltung.

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Warum war es dir ein Anliegen OAC ins Leben zu rufen?

Ehrlich? Outdoor against Cancer hat sich entwickelt. Gleich am Tag nach der ersten Chemotherapie bin ich mit meiner Tochter Sara in München an der Isar laufen gegangen. Jeden Tag, und vor allem jeden Tag langsamer, bis zu jenem Tag, als es eben wieder schneller ging. Die Rede ist hier von einem einzigen dreiwöchigen Zyklus. Ich hatte bis dato sieben davon. Insgesamt werden es acht Zyklen sein. Zügig, langsam, schnell. Immer wieder das gleiche. Ich bin auf Skitour gegangen, zum Freeriden und Biken – klar, Meilen entfernt von meiner Leistungsfähigkeit noch vor einem dreiviertel Jahr als ich auf Expedition auf der Carstensz-Pyramide war. Aber ich habe etwas gemacht und dies wiederum waren die glücklichsten Momente während meiner Therapie. Tolle Begleiterscheinung: Nebenwirkungen waren so gut wie nicht vorhanden; Depressionen oder Fatigue-Syndrom: Fehlanzeige.

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So entstand die Idee für Outdoor against Cancer.

Wobei Outdoor für mich eben vor der Türe beginnt, nicht nur in den Bergen stattfindet, sondern eben auch in der Stadt. Dort gibt es vielfältige Möglichkeiten sich draußen sportlich zu tummeln. Wie zum Beispiel die 4F-Circles ((http://www.playparc.de/produktwelten/4fcircle/4f-standorte/)). Outdoor-Fitnessstudio statt Indoor-Fitnesstraining, eine perfekte Lösung.

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Chemotherapie und Sport – auf den ersten Anschein wirkt dies wie ein Widerspruch. Aus eigener Erfahrung: Hat dir Outdoor-Sport während der Therapie geholfen?

Es gab und gibt Tage, da fühle ich mich stark, wie ein Jahrhunderte alter Baum. Nun bin ich ohnehin ein positiver Mensch, aber, wenn du deinen Körper nach wie vor spürst, wenn du fühlst, dass du stark bist und lebst, dann hilft das mehr als alles andere während der Therapie.

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In deinem Blog http://www.petrathaller.de gehst du sehr offen mit deiner Krebs-Erkrankung um. Willst du mit diesem Blog anderen Krebs-Patientin Mut machen oder ist dir dein Blog eine Art Selbsthilfe, weil du dir Sorgen, Zweifel, Erlebnisse ab der Diagnose bzw. während der Therapie von der Seele schreiben kannst?

Ganz klar ersteres. Ich habe mir nie, und das meine ich so wie ich es hier schreibe, nie Sorgen gemacht, hatte keine Zweifel, die ich mir von der Seele schreiben wollte. Einzige Intention dieses Blogs ist es den Menschen Mut zu machen, Wege aufzuzeigen. Von Selbsthilfe kann hier nicht die Rede sein – ich betrachte den Krebs beinahe, auch wenn das verwegen klingen mag, als ‚Geschenk’. Da ich durch diese Diagnose endlich die Möglichkeit in einem anderen Bereich, als im reinen Journalismus tätig, zu sein, erhalten habe. Ich bin ein Versorgungstyp, ich möchte helfen. Nachdem ich allerdings weder prominent bin, noch die Gattin eines Prominenten, hat es wohl diese Diagnose gebraucht, um zu erkennen, dass auch eine ‚kleine Nummer’ wie ich, Dinge in Bewegung setzen und anderen eine Hilfe sein kann.

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Du hast für Outdoor Against Cancer namhafte Fürsprecher und Sponsoren gewonnen. Was habt ihr gemeinsam konkret vor? Was habt ihr euch zum Ziel gemacht. Und: Wie kann man als Einzelperson deine Initiative unterstützen?

Im Grunde soll Outdoor against Cancer als Dachorganisation und Ideengeber fungieren. Unter OAC soll in Zukunft gebündelt angeboten werden, was zu einem Teil bereits besteht.
Es gibt ja nichts, was nicht schon vor meiner Idee da gewesen wäre. Es gibt Studien, die meine Erfahrungen valide untermauern, es gibt Projekte, die sich bereits mit dem Thema „Was tun nach erfolgreicher Therapie“ aktiv auseinander setzen und es gibt z. B. die bereits erwähnten ‚Outdoor-Fitnessstudios’ 4FCircles – dort kann man 24/7 trainieren, ohne dabei z. B. in ein Fitnessstudio zu gehen, wo aufgrund der vielen Menschen das durch die Chemotherapie geschwächte Immunsystem stark gefordert wird.

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Outdoor against Cancer hat es sich zum Ziel gemacht, bereits vorhandenes Wissen um Outdoor-Sport – hier sprechen wir nicht nur von Wandern, Biken, Bergsteigen, sondern auch von Segeln, Golfen oder Yoga – zu kommunizieren und in dieser riesigen Community den Fokus auf das Thema Krebs und Outdoor-Aktivitäten zu lenken.

Als einzelne Person kann man jede Menge machen – zum einen werden wir in Zukunft ein Spendenkonto einrichten, aus dessen Einnahmen wir eine Vielzahl von aktiven Unterstützungsprogrammen für Betroffen und deren Familien entwickeln werden, aber auch die flächendecke Verbreitung von Informationen über die Wichtigkeit des Themas Outdoor-Sport bei Krebserkrankung aktiv vorantreiben werden.

Neben den Spenden kann man auch unsere sogenannte Friendship-Shirts kaufen, das sind drei T-Shirts für drei Freunde – optimalerweise sind alle drei gesund und tragen lediglich unsere Botschaft #stayfitgethealthy in die Welt. Eine weitere Idee dahinter ist, dass zwei gesunde Freunde dem dritten, erkrankten Mut machen, ihn auffordern, sein Leben ‚aktiv’ in die Hand zu nehmen. Na ja und ihn natürlich auch trösten, wenn es ihm, ihr mal nicht so gut geht.

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